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Silbermedaille für Maurice Schmidt

Vor zwei Tagen erst gewann der 16-jährige Maurice Schmidt von der SVB Fechtabteilung zwei Titel bei den U17-Weltmeisterschaften in Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate/die SZ/BZ berichtete). Jetzt legte der junge Rechtshänder nach. Bei den anschließenden U23-Titelkämpfen gelang ihm sensationell der Silbermedaillengewinn im Degen. Nur im Finale musste er dem Iraker Al-Ogaili den Vortritt lassen. – sj –

szbz.de vom 17.12.2015

Der zweite Streich in Sharjah

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Bei den U17-Weltmeisterschaften im arabischen Sharjah krönte der Böblinger Rollifechter Maurice Schmidt seine bisherige Fecht-Laufbahn mit zwei Weltmeistertiteln. Sowohl im Florett als auch im Degen war der Rechtshänder nicht zu schlagen. Im Florett war Schmidt in der Setzrunde noch leichte Nervosität anzumerken. Er unterlag dem Polen Surajewski und ging an Nummer zwei gesetzt in die K.-O.-Runde. Der Böblinger steigerte sich, im Halbfinale setzte er sich gegen den Russen Trofimov mit 15:12 durch. „Im Finale bekam ich die Chance zur Revanche“, sagt der 17-Jährige. Und die nutzte er auch. Mit 15:8 gewann er gegen den Polen Surajewski und holte sich seinen ersten Weltmeistertitel. „Einfach Wahnsinn“, freuten sich Eltern und Trainer. Doch die guten Nachrichten rissen nicht ab. Beflügelt vom Floretterfolg ging Schmidt in die Degengefechte. Auch hier kämpfte Schmidt sich mit dem ihm eigenen dynamischen Stil nach vorne. Seine Gegner aus den USA, Polen, Russland und den Niederlanden waren chancenlos. Maurice Schmidt holte sich damit auch noch den Degentitel. Weitere könnten in den kommenden Tagen folgen. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind auch Austragungsort der U23-Weltmeisterschaft und des Aktiven-Weltcups, bei dem wichtige Punkte für die Qualifikation zu den Paralympics in Rio de Janeiro im kommenden Jahr vergeben werden. In beiden Wettbewerben ist Maurice Schmidt am Start.

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szbz.de vom 16.12.2015

Rollifechter Maurice Schmidt von der SVB ist Weltmeister

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Maurice Schmidt (li.) hat sich den WM-Titel erfochten

BÖBLINGEN (red). Dass der Rollstuhlfechter Maurice Schmidt (links) von der SV Böblingen das Zeug zum Champion hat, das hat der 16-Jährige schon öfter bewiesen. Doch nun hat der sympathische junge Sportler noch einen draufgesetzt: Bei der U17- und U23-Weltmeisterschaft in Sharjah (Vereinige Arabische Emirate) gewann der Böblinger die Goldmedaille. Damit ist er Kadettenweltmeister im Florett und hat eines seiner Etappenziele auf dem Weg zu den Paralympischen Sommerspielen geschafft, die im Jahr 2020 in Tokio ausgetragen werden. Der Wettbewerb ist für den 16-Jährigen aber noch nicht zu Ende, denn er geht auch noch in der Disziplin Degen an den Start.

Kreiszeitung Böblinger Bote vom 14.12.2015

Sensationserfolg - Deutscher Meistertitel geht nach Böblingen

Artikel zu den Deutschen Meisterschaften Rollstuhlfechten

Steffi SCHMID

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Rollstuhlfechten: Sensationserfolg – Deutscher Meistertitel geht nach Böblingen

Gold und Bronze – mit diesem Ergebnis hatten sie in ihren kühnsten Träumen nicht gerechnet. Jetzt kehren Tim Widmaier und Maurice Schmidt als Medaillengewinner überglücklich von den Deutschen Meisterschaften in Berlin nach Hause.

Unter den Augen von Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, Schirmherrin der Meisterschaften, und rund 200 Gästen und Fans gingen die beiden Böblinger ins Rennen. Cheftrainer Gavrila Spiridon erzählt: „Nach optimaler Vorbereitung in Böblingen mit bis zu drei Trainingstagen pro Woche sind Maurice und Tim mit ihren Eltern und großem Enthusiasmus in der Fechttasche nach Berlin gereist.“

Und den setzte das Rollifecht-Duo auch gleich in die Tat um. Im Modus „Jeder-gegen-Jeden“ wurden die verschiedenen Startklassen A, B und C am Ende getrennt gewertet. Mit viel Biss schaffte Widmaier (Kategorie B) nach guter Setzrunde das Feld der besten 16 und erkämpfte sich sowohl im Degen als auch im Florett die Bronzemedaille. „Nach seinem ersten Weltcup-Einsatz in Lonato (wir berichteten) spürte man bei Tim, wie heiß er auf eine Medaille ist – klasse, dass sein Trainingsfleiß hier belohnt wurde!“, freute sich sein Trainer mit ihm. „Der Wahnsinn“, präsentierte Widmaier seine Medaillen stolz.

Und die Gänsehaut-Atmosphäre riss nicht ab – Nachwuchsfechter Maurice Schmidt überraschte die gesamte Konkurrenz. Bundestrainer Lars Pickardt nickte anerkennend über „Matchwinner“ Schmidt, der zum ersten Mal überhaupt bei einem großen Turnier an den Start ging. Abgebrüht gewann der SVB-Fechter nicht nur den Meistertitel bei der Jugend – er kassierte im ganzen Turnier nur drei (!) Gegentreffer – sondern brillierte auch bei den Aktiven. Heimtrainer Gavrila Spiridion war überwältigt: „Ich wusste, dass er gut vorbereitet ist, aber mit einer Goldmedaille im Herrendegen (Kategorie B), sowie einer Silbermedaille im Herrenflorett (Kategorie B) habe ich nicht gerechnet. Die Medaillen der beiden Jungs sind der größte Erfolg, den wir im Rollstuhlfechten bisher geholt haben.“

Spiridon, Eltern und Fechter waren sich einig: „Es war ein unglaubliches Wochenende in Berlin!“

Der Feier-Marathon geht weiter: Die glücklichen Sieger werden kommenden Dienstag in der Sporthalle des Kaufmännischen Berufsschulzentrums bei einem offiziellen Empfang der Abteilung geehrt.

Steffi SCHMID

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Böblinger Kreiszeitung vom 11. Oktober 2014

Artikel ursprünglich erschienen in der Böblinger Kreiszeitung vom 11. Oktober 2014.

„Eine deutsche Meisterschaft ist groß, aber eine WM noch größer“

Trotz Nervosität zweimal Bronze: Maurice Schmidt

ms1Im Goldenen Buch steht Maurice Schmidt (noch?) nicht. Dafür hatte der Aidlinger in Diensten der SV Böblingen fast noch mehr Gratulanten. Vertreter von Abteilung, Verein, Stadt und Bürgerstiftung waren dabei, außerdem noch Ekkehard Fauth in einer Doppelfunktion als Bürgermeister der Heimatgemeinde des 15-Jährigen und Sportkreispräsident. Und wer ein Geschenk dabei hatte, der übergab dem Rollifechter ganz kreativ ein Handtuch. Drei Frottee-Präsente waren es insgesamt. Schließlich schwitzt man beim Sport ja ganz viel. Aber was zählt, ist wohl eher die Geste der Anerkennung. “Wir sind saumäßig stolz auf dich”, freute sich Fauth mit Maurice Schmidt. “Du bist jetzt eines der Aushängeschilder Aidlingens. Zwei Medaillen bei einer WM sind nicht alltäglich.” Dem stimmte Abteilungsleiterin Tanja Höfele zu: “Eine tolle Leistung. Das war nicht einfach.”

Der geehrte Gymnasiast lächelte und erzählte dann von seinem Weltmeisterschaftserfahrungen. “Es waren ziemlich viele Leute auf sehr engem Raum da”, beschrieb er die Atmosphäre im Konferenzraum eines Warschauer Hotels. “Eine deutsche Meisterschaft ist ja schon groß. Aber eine WM ist noch größer.” Die Zuschauer direkt an der Fechtbahn hätten sehr gute Stimmung gemacht und “schwer gefeiert bei Treffern”. Dieses ungewohnte Bild habe ihn schon ein bisschen irritiert. “Im Degen war ich auch zu nervös, um ins Finale zu kommen”, gab er ehrlich zu. “Ich bin aber sehr zufrieden mit mir. Seit der EM im Juni habe ich mich stark verbessert.” Und wie geht es jetzt bei ihm weiter? Das nächste große Ziel ist die deutsche Meisterschaft 2015. Davor bestreitet er noch einige Challenge-Turniere, bei denen Rollstuhlfechter gegen Fußgänger antreten.

Sport Lokal 11. Oktober 2014

Sport Lokal, Lokales

In den Augen funkelt die Leidenschaft
11.10.2014

Von unserem Mitarbeiter Thomas Oberdorfer

Hotels dienen gemeinhin zur Übernachtung, auch Tagungen gibt es dort gerne. In Hotels kann aber auch gefochten werden. Das weiß Maurice Schmidt, seitdem er an der U17-Weltmeisterschaft der Rollstuhlfechter in Warschau teilgenommen hat. „Der Konferenzraum des Hotels wurde komplett geräumt“, erzählt der 15-jährige Fechter der SV Böblingen, der in Warschau glänzend abschnitt. Im Florett wie im Degen gewann er die Bronzemedaille.

MSMaurice Schmidt ist erst seit September 2012 Mitglied der Fechter der SV Böblingen. Gut zwei Jahre später trumpft er bei der WM der Rollstuhlfechter in der Klasse U17 auf, belegt im Degen wie im Florett Platz drei. Dieser Erfolg ist der vorläufige Höhepunkt der beeindruckenden sportlichen Entwicklung des Gymnasiasten. Setzt sich diese in dem rasanten Tempo wie bisher fort, kann der 15-Jährige mit weiteren Medaillen rechnen.

„Maurice ist für unsere Gemeinde das sportliche Aushängeschild“, sagt Aidlingens Bürgermeister Ekkehard Fauth, er ist zudem Präsident des Sportkreises Böblingen. „2016 die Paralympics in Rio, und dort die Goldmedaille“, sagt Fauth mit einer Prise Humor am Donnerstagabend in der Halle C des kaufmännischen Schulzentrums in Böblingen. Die Fechtabteilung lud zu einem Empfang zu Ehren von Maurice Schmidt.

Gänzlich unrealistisch ist ein Mitwirken von Maurice Schmidt an den kommenden Paralympics nicht. „Langfristig ist es mein Ziel, an den Paralympics teilzunehmen“, sagt der 15-Jährige im Frühjahr, als er Deutscher Meister wurde. Sein Trainer Gavrila Spiridon, er ist Chefcoach der Böblinger Fechter, hält dieses Ziel für realistisch. „Maurice hat ein großes Talent und einen großen Willen. In seinen Augen sieht man bei den Wettkämpfen die Leidenschaft“, sagt Spiridon, der sich intuitiv und autodidaktisch das Training für die beiden Böblinger Rollstuhlfechter angeeignet hat.

Neben Maurice Schmidt ist das noch Tim Widmaier, der vor Schmidt mit dem Rollstuhlfechten bei der SVB begann und der dafür sorgte, dass sich der Schüler rasch in der Abteilung wohlfühlte.

Für Maurice Schmidt war die Weltmeisterschaft in Warschau der größte Wettbewerb, an dem er bisher beteiligt war. „An den beiden Weltmeisterschaften und am Grand-Prix der Aktiven haben etwa 260 Fechter teilgenommen“, sagt Maurice Schmidt. Auf dem Flug nach Polen war er angespannt, auch in der Zeit vor seinen Einsätzen. „Maurice war aufgeregt, das ist normal. Wir haben vor den Wettkämpfen einige Lektionen durchgeführt, damit Maurice abschalten konnte“, sagt Spiridon. „Wir waren ziemlich gut vorbereitet.“

Gut ist auch die körperliche Verfassung von Maurice Schmidt, der mit drei verkümmerten Gliedmaßen auf die Welt gekommen ist. Seine linke Hand und beide Füße sind davon betroffen. Dysmelie nennt sich das Krankheitsbild, der Nachwuchsfechter kam mit dieser Behinderung zur Welt. „Maurice hat an Muskelmasse zugenommen und an Kraft zugelegt“, sagt Spiridon, er sei kräftiger geworden. Das sei wichtig als Basis für die Ausdauer, dafür, dass Maurice mehrere Aktionen nacheinander durchführen könne, ohne zu ermüden. Dazu kommt, dass sich Schmidt taktisch weiterentwickelt hat in den vergangenen Monaten. „Ich habe in Warschau besser gefochten als bei der Europameisterschaft in Straßburg“, sagt Schmidt, im Degen sei er aber zu nervös gewesen, um ins Finale zu kommen. Gegen den Briten Daniel Puckey unterlag er im Halbfinale knapp 10:12.

„Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung in Warschau. Im Weltcup war ich auch besser als sonst“, sagt Schmidt, der zusätzlich zur WM auch am Grand-Prix teilnahm. Nach der Vorrunde war Schluss, Schmidt punktete aber mehr als in den Turnieren zuvor gegen die aktiven Fechter, ein Gefecht gewann er. „Der Abstand zu den Aktiven ist geringer geworden. Viele andere Trainer kamen auf mich zu und haben mich gefragt, wo ich diesen Jungen gefunden habe. Ich habe ihn nicht gefunden, er ist zu mir gekommen“, sagt Spiridon.

Maurice Schmidt: Der Aidlinger verbindet großes Talent mit großem Willen. Bild: Oberdorfer

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